DER VEREIN

V.l.n.r.:

Anette Stolp (1. Vorsitzende)

Kristin Gebhardt (2. Vorsitzende)

Madeleine Haas

Thomas Schulz

GESCHICHTE

Entwicklung des Domizil e.V.

Aufgrund der brisanten Nachwendeentwicklung in den neuen Bundesländern mit fremdenfeindlichen Gewaltexzessen legte das Bundesministerium für Jugend und Familie bzw. der Freistaat Sachsen 1992 das „Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt“ auf. Das Ziel der damit ins Leben gerufenen Projekte bestand darin, gewaltbereite Jugendliche zu erreichen, zu sensibilisieren und sie zum Nachdenken über ihre Lebenseinstellung anzuregen. Auch in Chemnitz konnte ein solches Projekt etabliert werden, welches 1992 zunächst provisorisch in den ausgebauten Räumen eines alten Waschhauses am Luisenplatz 9 startete.

Zu Beginn der 90er Jahre war die Vereinsarbeit noch durch eine starke Szeneorientierung gekennzeichnet. So gehörten stadtbekannte Adressen wie z.B. die Kanal- und Tannenstraße als Hochburgen der linken Hausbesetzerszene zum Arbeitsgebiet der Sozialarbeiter*innen vom Domizil e.V., aber auch mit rechtsorientierten Jugendlichen setzten sich die Mitarbeiter*innen konsequent auseinander.

Im Jahr 1994 wurde der Verein Domizil e.V. gegründet, der das Projekt Mobile Jugendarbeit weiterführte. Der Domizil e.V. wurde 1995 als freier Träger der Jugendhilfe in Chemnitz anerkannt und besitzt den Status der Gemeinnützigkeit. Seit Februar 2004 hat der Verein seine Räumlichkeiten in der Leipziger Straße 41.

Schwerpunkte der Vereinsarbeit

Mobile Jugendarbeit Mitte-West

Mobile Jugendarbeit ist – wie bereits im Vorwort begrifflich interpretiert – kein Jugendtreff im klassischen Sinne. Die Arbeit der vier Sozialpädagog*innen findet in den Stadtteilen Schloßchemnitz, Kaßberg und Altendorf statt. Wichtige Orte ihrer Aktivitäten sind z.B. der Luisen-, der André- und der Hartmannplatz sowie die Jugendaktionsfläche Konkordiapark. Der Beratungsansatz Mobile Jugendarbeit umfasst Streetwork, Einzelfallhilfen, Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit. Auf der Basis von Vertraulichkeit und Freiwilligkeit bieten die Mitarbeiter*innen jungen Menschen Beratung, Hilfe und Begleitung an.

In den „Cliquenräumen“ des Vereines können Jugendliche an den Öffnungstagen ihre Freizeit sinnvoll verbringen; sie haben hier die Möglichkeit, Hausaufgaben zu erledigen, Internetrecherchen durchzuführen und mit den Sozialarbeiter*innen ins Gespräch zu kommen. Gemeinsame Koch- und Spielabende sowie verschiedene Freizeitaktionen wie z.B. Ausfahrten, Klettern und Sportveranstaltungen sind ebenfalls Bestandteil der sozialpädagogischen Arbeit. Außerdem unterstützen die Sozialpädagog*innen die Jugendlichen bei Ämtergängen (z.B. Arbeitsagentur, ARGE und Jugendgerichtshilfe) und bei der Beantragung von Leistungen wie Berufsausbildungsbeihilfe, Arbeitslosengeld und ALG II etc.

Die „Cliquen“ von heute sind weniger durch ihr Aussehen und Auftreten oder durch eine eindeutige jugendkulturelle Zuordnung auffällig. Dafür sind jedoch die Problemlagen der Jugendlichen weitaus komplexer und gravierender geworden. Diese reichen von Schulbummeleien und Schwierigkeiten im Elternhaus über Unannehmlichkeiten mit der Justiz, der Polizei und den Ämtern bis hin zu Drogenkonsum und fehlenden Lebensperspektiven.

In einer für junge Menschen risikovollen, aber auch zukunftsweisenden Lebensphase ist daher der Bedarf an professionellen Dienstleistungen des Teams der Mobilen Jugendarbeit ständig gewachsen. Jugendliche und auch Erwachsene in den Stadtteilen Schloßchemnitz und Kaßberg schätzen die Streetworker*innen vom Domizil e.V. als Ansprechpartner*innen, Berater*innen und Begleiter*innen ihres Vertrauens, denn sie nehmen sich Zeit für ihre Probleme.

Die Mobile Jugendarbeit wird von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 27 Jahren besucht. Die Räumlichkeiten teilen sich in einen großen und freundlichen Büro- und Beratungsbereich und in 2 Gruppenräumen und ein Computerzimmer. Das Projekt ist mit verschiedenen Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche ausge­stattet, darunter z.B. Dart, Kicker und Gesellschaftsspiele.

Die Gruppenräume haben Montag und Donnerstag von 16.00 – 19.00 Uhr geöffnet. Das Büro der Mitarbeiter*innen ist täglich ab 09.00 Uhr oder nach Absprache geöffnet.

Stadtteilarbeit

Ein wichtiges Anliegen der Mitarbeiter*innen des Domizil e.V. ist die Stadtteilentwicklung im Aktionsgebiet „Soziale Stadt“ unter Berücksichtigung der Interessen und Wünsche von Jugendlichen. So engagieren sich die Sozialpädagog*innen gemeinsam mit Jugendlichen bereits seit vielen Jahren aktiv an der Weiterentwicklung der Jugendaktionsfläche „Kon­kordiapark“. Seit 1998 veranstaltete der Domizil e.V. 20 Jahre lang einen traditionellen Faschingsumzug rund um den Luisenplatz für Kinder und Junggebliebene. Abgelöst wurde diese Tradition seit 2017 von dem jährlich stattfindenden Nachbarschaftsfest. Auch am jährlichen Stadtteilfest in Schloßchemnitz beteiligt sich der Verein.

Schulclubs

Seit 2004 setzen der Domizil e.V. und die Untere Luisenschule auf der Grundlage eines gemeinsamen Kooperationsvertrages das Förderprogramm „Schuljugendarbeit“ erfolgreich um. Dieses mündete 2007 in das Förderprogramm „Ganztagsangebote“ ein. Das Ziel besteht vor allem darin, Schüler*innen eine sinnvolle Freizeitgestaltung „nach der Schule in der Schule“ anzubieten.

Seit 2013 arbeitet der Domizil e.V. mit der Annschule zusammen und hat dort ebenfalls einen Schulcub aufgebaut.

Freizeitclub LP²

Im Jahr 2018 öffnete der Freizeitclub seine Türen für Kinder von 6-12 Jahren. Hier können junge Menschen sinnvoll ihre Freizeit gestalten. Den Kindern wird die Möglichkeit gegeben mitzubestimmen und Verantwortung für den Club zu übernehmen. Die Mitarbeiter*innen des Clubs haben stets ein offenes Ohr für die Kinder, sind Vertrauenspersonen und bieten den Kindern in Krisensituationen Hilfestellungen.

Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Vereinen

Der Domizil e.V. kooperiert mit weiteren Trägern im Sozialraum und stadtweit. Zu seinen Partner*innen gehören u.a. die Untere und Obere Luisenschule, Oberschule Annenschule, die Heilsarmee Chemnitz, Kinder- und Jugendhaus UK, das Bürgerbüro, der Allgemeine Sozialdienst (ASD) sowie stadtteilansässige Schulen und Vereine.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen der Austausch von Ressourcen, die Durchführung von gemeinsamen Projekten, die gegenseitige Personalunterstützung, die Veranstaltung von gemeinsamen Sportturnieren und ebenso thematische Einzelfallbesprechungen.

Finanzierung

Der Verein finanziert sich aus Fördermitteln der Stadt Chemnitz, des Freistaates Sachsen sowie Spenden und Mitgliedsbeiträgen.

Dank

Wir bedanken uns bei den Jugendlichen unserer Stadtteile für das in uns gesetzte Vertrauen. Wir bedanken uns weiterhin beim LIONS-Club Chemnitz „Schmidt-Rottluff“ für die langfjährige Förderung und Unterstützung sowie viele gemeinsame Aktivitäten. Unser Dank gilt ebenfalls der Volksbank Chemnitz sowie allen Ämtern, Firmen, Kooperationspartner*innen und Einzelpersonen, die durch ihr Engagement zum Gelingen unserer Arbeit beigetragen haben. Ihre Unterstützung in Form von Beratung, Sach- und Geldspenden, Arbeitszeit für Projektarbeiten und vieles mehr betrachten wir als Wertschätzung für unsere geleistete Arbeit.